Was tun Sie, wenn Sie Daten von A nach B transportieren wollen? Sie benutzen einen USB-Stick oder eine externe Festplatte? Sie brennen eine CD oder DVD? Klar, das sind momentan die gängigsten Methoden. Wenn Sie den Online-Dienst “Dropbox” ausprobiert haben, werden Ihnen diese Möglichkeiten allerdings vorkommen, als wären sie aus dem Mittelalter…
Stellen Sie sich vor, Sie haben ihre Daten auf all Ihren PCs, Notebooks, Netbooks, iPhones, iPads, gleichermaßen im Zugriff, völlig unabhängig davon, wo sie gerade mit welchem Gerät arbeiten. Und stellen Sie sich weiter vor, Sie müssten hierfür keine komplizierten FTP-, WEBDAV- oder ähnliche Dienste konfigurieren. Gibt´s nicht? Gibt´s doch!
Ich arbeite seit einigen Wochen mit einem dieser Dienste, der sich “Dropbox” nennt. Ich habe mich dort angemeldet, ein Passwort vergeben und auf den diversen Rechnern, mit denen ich arbeite, eine kleine Software installiert, die im Prinzip zunächst nichts anderes tut, als einen neuen Ordner auf meinem Desktop (oder wo auch immer) zu erstellen… In diesem Ordner kann ich beliebig viele Unterordner erstellen, Dateien kopieren, verschieben, kurz, ich kann alles das tun, was ich in einem normalen Windows- oder Mac-Ordner auch kann. Mit einem kleinen, aber feinen Unterschied: Alles, was ich in diesen Ordner kopiere, wird 1 zu 1 auf einen Server dieses Online-Dienstes hochgeladen, also quasi in die vielzitierte “Cloud“. In den jeweiligen Dropbox-Ordnern auf meinen verschiedenen Rechnern finde ich dann immer den gleichen, synchronisierten Inhalt vor.
Zum einen ist es also eine Backup-Lösung, weil alle Dateien, die sich innerhalb der Dropbox befinden, automatisch mit dem Server synchronisiert werden. Bei Änderungen innerhalb einer Datei werden nur die geänderten Bereiche kopiert. So habe ich auch unterwegs mit meinem Handy, Notebook oder iPad immer Zugriff auf den aktuellen Bearbeitungsstand meiner Daten.
Zum anderen habe ich für mich wichtige Daten immer und überall mit dabei. Hierfür gibt es für mobile Geräte und ihre verschiedenen Plattformen (Apple, Android, Blackberry, usw…) entsprechende Dropbox-Apps, die mir den Zugriff auf meine Daten ermöglichen.
Eine ganz charmante Anwendungsmöglichkeit sind auch die sogenannten “shared” Ordner. Hier kann man einen Ordner gemeinsam mit anderen Personen nutzen. Ein kompliziertes und manchmal unmögliches Versenden von extrem großen Dateianhängen per eMail ist damit also auch kein Problem mehr. Man schiebt die zu übermittelnden Daten einfach per Drag´n Drop in den gemeinsamen Dropbox Ordner und sobald der Upload komplett ist, kann die andere Person darauf zugreifen, und das ganze dann eben ggf. auch von unterwegs.
Auch ist es möglich, öffentliche Ordner zu definieren, deren Inhalt man dann direkt in Form eines einfachen Links per eMail an beliebige Personen versenden kann.
Wenn man den Dienst konsequent nutzt, ist er eine wirkliche Bereicherung, und hat tatsächlich das Potenzial, USB-Sticks und Co überflüssig zu machen. Natürlich sollte man sich sehr präzise Gedanken darüber machen, welche Daten man diesem Dienst anvertrauen möchte. Gerade in der jetzigen Zeit, wo die Diskussion um das Netz und den Datenschutz (zu Recht) sehr eloquent und lebhaft geführt wird, macht es Sinn, sich intensiv mit dieser Fragestellung zu beschäftigen. Ich halte es so: Sensible Daten bleiben innerhalb meiner vier Wände, alles andere, was ich beispielsweise auch per eMail versenden würde, lege ich bei Bedarf auch in die Dropbox.
Bis zu einem Datenvolumen von 2 GB ist der Dienst übrigens kostenlos, bisher komme ich damit noch gut aus.
Also, viel Spaß beim Ausprobieren!

Jan H. Schnitzler
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Hallo Jan,
wir arbeiten innerhalb der Agentur auch mit Dropbox und finden es auch ganz gut. Was mir persönlich allerdings fehlt sind so Dinge wie Versionierung, Check-in/Check-out Funktion und ein besseres Berechtigungskonzept. Es ist aber für den Gebrauch, Daten hin und her zu schieben absolut brauchbar und empfehlenswert. Super finde ich auch die App für mein Android, so habe ich alle Dokumente jederzeit bei mir.
Als Alternative zu Dropbox fällt mir bisher Google Docs und natürlich Zoho ein (http://www.zoho.com/). Für große Unternehmen darf es meiner Meinung nach dann schon etwas sein wie Microsoft SharePoint oder der Content Server (früher Livelink) von Open Text. Bei diesen Produkten gibt es eine sehr gute Enterprise Search oben drauf; sie sind allerdings auch nicht ganz billig
Hey Bianca,
Du hast Recht, für die Online-Zusammenarbeit an Dokumenten ist es eher weniger geeignet, ich glaube, die Dropbox-Macher hatten eher eine zentrale Dateiablage im Netz mit entsprechender Synchronisierungsmöglichkeit in Richtung mehrerer Clients im Kopf.
Es gibt allerdings auch Tools, die auf verschiedene Plattformen wie beispielsweise Dropbox oder Google Docs zugreifen können und es zulassen, die Dokumente direkt damit zu bearbeiten. Auf der Apple-Schiene gibt es z.B. Office² (Guter Artikel hier: http://ipad-mag.de/2010/08/17/office²-hd-als-losung/ )
Ein spannendes Thema, bin gespannt, was da noch alles kommt…